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Steimles Welt

vom Sonntag, 11. November 2018
Uwe Steimle startet in Bad Blankenburg einen Angriff auf die Lachmuskeln

von Roberto Burian

Uwe Steimle findet in Bad Blankenburg auch beim zweiten Gastspiel sein Publikum. Kaum ein Stuhl bleibt in der Stadthalle frei: 950 Besucher sind am Sonntag gekommen, um mit ihm in dessen Welt einzutauchen. Steimle ist Kabarettist und Schauspieler, vor allem aber Sachse. Nach dem Motto „Aus nischt was machen!“ ist er wieder unterwegs. Lokalkolorit ist angesagt. Schließlich gilt der Künstler als Provinzknaller und weniger als Globalakteur. Die Heimat als Weltkulturerbe, das gibt's nur in „Steimles Welt“. Diese Welt ist von Dialekt im breitesten Sächsisch geprägt und klingt dank Sofa Atmosphäre auf der Bühne zuallererst gemütlich. Auf der Suche nach Bewahrenswertem reist Uwe Steimle regelmäßig mit seinem 312er-Wartburg durch ganz Mitteldeutschland. Auf den Nebenstraßen unserer Heimat lernte er Menschen und Orte kennen, die es verdient haben Weltkulturerbe zu sein. Skurril, schräg und liebenswert sind die Menschen und Orte. Steimle hat Filmausschnitte davon mitgebracht, die auf der Leinwand gezeigt werden: ein Taubenzüchter, die Hatschel-Bienen einer Imkerin oder ein Rundgang auf einem katholischen Dresdner Friedhof. Dazu gibt es musikalische Einlagen unter anderen von Jörg Wachsmuth – der seiner Tuba einen fulminanten „Hummelflug“ entlockt und als einer der weltweit führenden Virtuosen auf dem Instrument gilt. Michael Seidel, MDR-Autor und Künstler verliest rührige Zuschauerpost. Natürlich spielt auch die große Politik in seinem Programm ebenso eine Rolle. „Ohne Mutti würde ich gerne Weihnachten verbringen“, lässt er wissen. Das herzhafte Lachen seines Publikums zeigte, dass er den richtigen Nerv getroffen hatte. Unberechenbar, schwierig, ein Querulant, alles das mag Steimle sein. In einem Brief, der auf dem Parkplatz hinter die Scheibenwischer geparkter Autos geklemmt war wurde er von dem anonymen Verfasser gar als Pegida –Steimle, der bei den Reichsbürgern angekommen sei, bezeichnet. Dabei hatte schon Tucholsky, dem Satiriker erlaubt, die Wahrheit aufzublasen, um sie deutlicher zu machen. Claudia und Ronny Siebert aus Weimar hatten sich die Karten schon beizeiten gesichert. „Wir haben uns auf den scharfzüngigen, provokanten Humor gefreut - und wurden nicht enttäuscht“, sagen sie. Die beiden werden ganz sicher auch im kommenden Jahr wieder mit dabei sein.
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