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Silvesterkonzert

vom Montag, 31. Dezember 2018
Beim Zirkusmarsch springt in Bad Blankenburg der Funke über

Bad Blankenburg. Jeder, der schon mal im Zirkus war, horchte spätestens jetzt auf: „Mensch, das kennt man doch“. Was gleich nach der Pause beim Silvesterkonzert der Thüringer Symphoniker in der Stadthalle erklang, war ein Klassiker. Ein Blick in das Programmheft gab Aufklärung: Der Mondwalzer aus dem Film „Zirkus“ von Isaak Dunajewesky ließ den Funken überspringen und das Publikum begeistert applaudieren. „Zirkus war ein modernes sowjetisches Märchen“, verriet Victor Vysotzki von Rimsky-Korsakow Opern- und Balletthaus, der Musikdirektor Oliver Wederdieses Jahr als Moderator zur Seite stand. Der St. Petersburger ist regelmäßigen Konzertbesuchern kein Unbekannter. Ein, wie Weder ihn vorstelle, Impresario, was so viel bedeutet wie Leiter eines Opernhauses oder Theaterunternehmens. Er war es auch, der mit Episoden rund um die Silvesternacht aus seinem Heimatland aufwartete. „In Russland stellt man grundsätzlich alles und jedes und auch sich selbst in Frage. Dazu gibt es einen Witz: Kratzen Sie einen Russen und Sie finden darunter einen Tatare“, sagte er. Was auf die lange Herrschaft dieses Stammes schließen lässt. Russland also war in diesem Jahr Thema der beiden Silvesterkonzerte der Thüringer Symphoniker in der Stadthalle. Genauer gesagt russische Opern, Operetten, Märchen und Filme. Und damit auch die Begegnung mit so manch unbekanntem Hörgenuss. Für Musikdirektor Oliver Weder indes war es ein Heimspiel. Sein erstes Engagement führte ihn 1994 nach St. Petersburg, wo er sowohl an das Mariinsky-Theater als auch zum Chefdirigenten des Rimsky-Korsakow Konservatoriums berufen wurde. Die Verbindung hält bis heute an. So ist es auch gelungen, vier Solisten des weltberühmten Mariinksi-Theaters, Anna Denissowa, Ekaterina Krapiwina, Artjom Melihow und Oleg Sytschow, für das Konzert zu gewinnen. Sie präsentierten die Melodien ihrer Heimat so authentisch, dass man in Saal schnell darüber hinweg kam, so gut wie kein Wort zu verstehen. Die musikalische Zeitreise führte über die Sowjetzeit bis in die Gegenwart. Auch der Rock‘n‘Roll machte nicht halt vor Russland. Die Filmmusik von Andrey Petrov aus „Der Amphibienmensch“ ließ wieder Erinnerungen wach werden. Ein utopischer Film, der damals hoch im Kurs stand und auch hierzulande seine Fans fand.
Mit einer speziell russischen Empfehlung für die letzten Stunden des alten Jahres wurden die Gäste verabschiedet. Dort, so vernahm es das Publikum, versammelt man sich um einen reich gedeckten Tisch, erinnert sich an das Gute aus dem alten Jahr. Man lauscht der Rede des Präsidenten, die immer genau zehn vor zwölf endet, damit genug Zeit bleibt, die Gläser zu füllen, um mit dem Glockenschlag des Kreml auf das neue Jahr anzustoßen. Was man sich wünscht ist dort wie hier bei uns dasselbe: Gesundheit, Glück, Geld, gute Arbeit. Was bleibt, sind wieder zwei ausverkaufte Veranstaltungen vor insgesamt mehr als 2000 Zuhörern. Die sich wiederum über drei Zugaben freuen konnten. Die beiden Konzerte Silvester sind für viele inzwischen Kult. Was die Besucher in die Stadthalle strömen lässt, ist neben der Musik auch das Ereignis an sich. Ein festlicher Anlass, um das alte Jahr gebührend zu verabschieden.
Heike Enzian / 02.01.19
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